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Historische Apfelbaumpergola im Kapuzinerkloster Luzern

Seit über hundert Jahren prägt die historische Apfelbaumpergola das Bild unseres Klostergartens. Als lebendiger Laubengang aus kunstvoll erzogenen Apfelbäumen verbindet sie klösterliche Gartenkultur mit handwerklicher Sorgfalt. Auch in diesem Februar wurde sie mit fachkundigem Schnitt und tatkräftiger Unterstützung wieder in Form gebracht.

Auch in diesem Jahr durften wir auf die tatkräftige Unterstützung von vier Lernenden von Stadtgrün Luzern zählen. Tim Althauser, Miguel da Costa, Manuela Conca und Marika Goodrick haben sich bei trockenem Winterwetter an den sorgfältigen Schnitt unserer historischen Apfelbaumpergola gemacht. Zudem haben Dwight Kerwin und Jonas Waser, die eine Aubildung als Fachmann Betriebsunterhalt in der Kath. Kirchgemeinde Luzern absolvieren, an einem £Tag mitgeschnitten. Unter der fachkundigen Anleitung von Franz Helfenstein wurde die Pergola wieder in ihre charakteristische Form gebracht.

Diese besondere Kulturform – ein gedeckter Laubengang aus in "Tunnelschnitt" erzogenen Apfelbäumen – ist im Kanton Luzern einzigartig. In nahezu allen Kapuzinerklöstern der Schweiz gab es einst solche Laubengänge. Sie verbanden Nutzen und Schönheit: Obstproduktion und zugleich ein schattiger Ort zum Wandeln und Verweilen.

Heute stehen insgesamt 68 Apfelbäume verschiedenster Sorten entlang der L-förmigen Pergola. Jeder einzelne Baum wird mit viel Aufwand erzogen und gepflegt. Der Winterschnitt ist dabei eine anspruchsvolle und zeitintensive Arbeit, die Fachwissen und ein gutes Auge verlangt.

Die Apfelbaumpergola ist gemäss historischen Bildquellen bereits vor 1909 belegt. Sie hatte für die Brüder eine wichtige Funktion als geschützter Weg im Schatten der Bäume. In der Gesamtanlage des Klostergartens nimmt sie bis heute eine bedeutende räumliche Stellung ein: Als Vis-à-vis des Klosters prägt sie den Innenraum des Gartens und bildet zugleich die Grenze zwischen Nutzgarten und Wiesland. Die Anlage steht unter Denkmalschutz und ist ein lebendiges Zeugnis klösterlicher Gartenkultur.

Für uns ist die Zusammenarbeit mit den Lernenden von "Stadtgrün Luzern" eine echte Win-Win-Situation:
Die jungen Gärtnerinnen und Gärtner erhalten Einblick in eine seltene und anspruchsvolle Kulturform, während wir Klostergärtner bei dieser aufwändigen Arbeit wertvolle Unterstützung erfahren – und dabei bereichernde Begegnungen erleben.

Ein herzliches Dankeschön für eure engagierte Mitarbeit!

Br. Paul Mathis