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Die fünfte Jahreszeit

In der Urschweiz ist spätestens ab dem 13. Januar (Hilari) die fünfte Jahreszeit Alltag. Begonnen hat die närrische Zeit natürlich mit dem 11. November des Vorjahres. Jedes Dorf schaut für sein eigenes Fasnachts-Datum, damit viele Besuchende mitfeiern können. In Luzern wird vom Schmutzigen Donnerstag bis am Aschermittwoch gefeiert. Am Sonntag zwischendurch besuchen Guggen(musiken) auch Gottesdienste. Im Kapuzinerkloster Luzern war zwar keine Guggen anwesend, doch Bruder Pascal Mettler trug seine Predigt in Versform vor.

Fasnachtsnachtrag: Echte Fasnächtler:innen, die den Aschermittwoch meiden wollen ziehen nach der Luzerner an die Fasnacht in Bern oder Basel, der wohl berühmtesten und ernsthaftesten Fasnacht der Schweiz. Warum dieser Datumsunterschied? Die Basler Fasnacht kennt noch das ursprüngliche Fasnachtsdatum mit vierzig Tagen Fastenzeit. Die Katholiken haben das Datum vorverschoben, so dass sie an den Sonntagen nicht fasten müssen, sondern die Auferstehung, die Messe trotzdem feiern können. Darum ergibt dies vom Aschermittwoch bis Ostern mehr als vierzig Tage, es bleiben jedoch vierzig Fasten- und Wochentage. Dazu kommen noch die Sonntage als nicht Fastentage. Dies hat theologische Gründe: Denn können die Jünger:innen fasten, wenn der HERR in der Messe bei ihnen gegenwärtig ist? Ps: Jesus von Nazareth war ja eher als Fresser und Säufer, denn als Asket und Faster verschrieen in seiner Zeit.

Bruder Adrian Müller